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Entscheidung Welterbe-Komitee wird erleichtert aufgenommen

NAUMBURG/KRAKAU (09.07.2107). „Mit dieser Entscheidung können wir sehr gut leben, lässt sie uns doch genügend Raum zur Vorbereitung auf die Zeit danach“ kommentiert der Vorsitzende des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut, Curt Becker, die jüngste Entscheidung des UNESCO-Welterbe-Komitees zum Welterbe-Antrag der Saale-Unstrut-Region. Das UNESCO-Welterbe-Komitee hat in seiner 41. Sitzung in Krakau für „referral of nomination“ plädiert. Es hat einen „außergewöhnlich universeller Wert“ für den Naumburger Dom anerkannt. Dies gilt jedoch nicht für die weiteren Antragsmonumente Neuenburg oder das Kloster Pforta. Die endgütige Entscheidung wurde aufgeschoben bis der Antrag um weitere Informationen und Dokumentationen ergänzt wurde. Die abschließende Entscheidung kann bereits im kommenden Jahr, muss jedoch spätestens in drei Jahren erfolgen.

Landrat Götz Ulrich, der in Krakau die Delegation aus der Saale-Unstrut-Region leitete, erläutert: „Nicht alle Wünsche sind in Erfüllung gegangen, aber viele. Das Komitee hat die weltweite Bedeutung des Naumburger Doms bereits festgestellt. Damit liegt die ‚Pflicht‘ hinter uns, jetzt kommt nur noch die ‚Kür‘.“  Ulrich zeigt sich zuversichtlich: „Diese formalen Dinge lassen sich bewältigen. Für die Anerkennung des Naumburger Domes als Welterbe liegt der Ball jetzt auf dem Elfmeter-Punkt.“ Für ihn als Landrat sei es jedoch schmerzlich, dass sich die Feststellung der weltweiten Bedeutung auf den Dom beschränke. Dies werde „nicht überall Begeisterung auslösen“. Wichtig sei daher, alle historisch bedeutsamen Monumente in die touristische Bewerbung einzubeziehen.

Dr. Holger Kunde, Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter, ist sichtlich begeistert: „Die Anerkennung des Outstanding Universal Value für den Naumburger Dom durch das Welterbe-Komitee ist der entscheidende Wendepunkt im langjährigen Antragsverfahren. Nun werden wir auch die letzte Hürde vor der Einschreibung mit höchstem Engagement angehen. Die fehlende Berücksichtigung der weiteren herausragenden Monumente in der Kulturlandschaft an Saale und Unstrut schmerzt natürlich, doch wird dies durch ein intelligentes System der touristischen Vernetzung weitgehend abgemildert werden können.“

Vorstandstandvorsitzender Curt Becker, auch Dechant der Vereinigten Domstifter, merkt an: „Wir sind uns alle im Klaren, dass sich unsere gesamte Infrastruktur erheblich verbessern muss, um den aus aller Welt zu erwartenden Gästen gerecht zu werden. Das beginnt beim freundlichen Gesicht, endet bei der höflichen Auskunft und dazwischen liegen viele, viele Dinge wie Parkplätze, gastronomische Angebote und ein Welterbe-Zentrum. Jetzt sollten wir alle in die Hände spuken und ans Werk gehen.“

Quelle: Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut