5 mal Edelmetall für die Zeitzer Kampfsportler

Das vergangene Wochenende stand für die Zeitzer Kampfsportler der Altersklassen U 16 und U 18 ganz im Zeichen der nationalen Titelwettkämpfe. Mit einer Goldmedaille, zwei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen kehren die Zeitzer Ju-Jutsu Sportler nunmehr von den Deutschen Schülermeisterschaften im thüringischen Leinefelde zurück. Cherilyn Rohde hatte an diesem Tag ihren ganz großen Auftritt. Die 15 jährige Zeitzerin, die die Zeitzer Sekundarschule am Schwanenteich besucht konnte schon die ganze Nacht vor dem Wettkampf kaum schlafen. Auch eine leichte Erkältung schien sich anzubahnen. Am Samstagmorgen standen die Vorzeichen also alles andere als optimal. Dann ihr erster Kampf. Also ob ein Ruck durch dieses junge Frau geht. Sie zieht ihre Wettkampfausrüstung an, ihr Gesichtsausdruck scheint in den „Kampfmodus“ zu wechseln, das Lächeln verschwindet und in mit einer Konsequenz und Leidenschaft die ihre weiteren Gegnerinnen und schon mal das Fürchten lehrte siegt sie mit 14:0 vor dem Ende der regulären Kampfzeit. Der zweite Kampf das Gleiche noch mal. Irgendwie scheint heute alles möglich. 14:0 vor Ende der regulären Kampfzeit. „Full House“. Erst im Finale muss sie sich mit der bayrischen Kämpferin Melina Fredlmier aus Burgkirchen einer Kämpferin stellen, die in Sachen Ehrgeiz, Konsequenz und Leidenschaft in nichts zurück steht. Was für ein Gefecht. Schnell und Dynamisch. Die beiden Mädchen schenken sich nichts. Neben mir steht ein junger Mann und ich höre ihn sagen: „Die möchte ich Nachts nicht dumm anquatschen, das geht schlecht für mich aus“. Ich schmunzle in mich hinein und denke mir so: „Was hat der Junge doch recht“. Mit einem winzigen Punkt Unterschied muss sich die Zeitzerin dann der Kämpferin aus Bayern doch geschlagen geben. Überglücklich fällt die Neue Deutsche Vizemeisterin ihrem Vereinstrainer Marcel Spotke in die Arme und freut sich einfach nur noch. Alaa Alsamman trat gemeinsam mit Mannschaftskamerad Omran Ebrahimi in der gleichen Gewichtsklasse an. Die beiden sind dick befreundet und wenn sie sich beim Wettkampf nicht gerade die Fäuste kreuzen sieht man sie gern schon mal zusammensitzen. Heute gelingt es Alaa in der Vorrunde, Omran zu besiegen und er zieht mit zwei weiteren Siegen ins Finale. Der Junge aus Afghanistan wird von seiner Mutter leidenschaftlich angefeuert. Zeitweise habe ich gedacht die springt gleich auf die Matte und ihrem Sohn zur Seite. Doch das geschieht nicht. Es ist Leidenschaft pur. Auch die 3 Geschwister von Alaa sind an seiner Seite und bewundern ihren Bruder mit dem ständig freundlichen Gesicht. Alaa schafft heute für sich das Traumziel und kann im Finale gegen Korbinian Grübl aus Julbach den Sieg erringen. In einem tollen Wettkampf in welchem er alles abgerufen hat was er hier gelernt hat gepaart mit seinem Willen zum Sieg, holte er sich seine Goldmedaille. Maximilian Woosmann konnte seinen ersten Kampf gegen Nicolas Mogge aus Schönebeck gewinnen, verlor dann aber gegen Schmid aus Julbach und Kirschke aus Basdorf. Das brachte ihm aber immerhin eine Bronzemedaille ein. Seine erste Medaille auf nationaler Ebene. Für Mario  Steinhauer lief es am Samstag gar nicht gut. Was mit ihm los war, konnte er selber unter Tränen nicht sagen. Er verlor seine ersten beiden Kämpfe und konnte sein Potenzial nicht entfalten. Damit schied er recht früh aus.

Im Duowettkampf sind die Teams Hofmann/Kehr und Tran/Tran für Zeitz an den Start gegangen. Aivy und LuuVy Tran wurden leider eine Altersklasse nach oben gestuft und mussten sich gegen die älteren und erfahreneren Bayern behaupten. Dies gelang ihnen sehr gut und sie konnten sich einen souveränen zweiten Platz sichern. Jonas Kehr und Marc Hofmann hatten sehr starke Konkurrenz ebenfalls aus Bayern und mussten sich gegen diese behaupten. Leider konnten sich die beiden trotz fantastischer Leistung und einer guten Performance nicht durchsetzen. Nach sehr knappen Kämpfen reichte es allerdings noch für den vierten Platz.

Cherilyn Rohde sowie Aivy und LuuVy Tran wurden von den jeweils zuständigen und anwesenden Bundestrainern in den Bundeskader gesichtet und haben eine Einladung für das Bundeskadertraining erhalten. Neben dem schon seit Jahren für Deutschland startenden Jaschar Salmanow stehen nunmehr 3 weitere Aspiranten für internationale Starts am Beginn einer solchen Karriere. Bleibt zu hoffen und zu wünschen das alles klappt und auch die persönlichen sowie privaten Interessen und Notwendigkeit damit vereinbar sind.

Fotos: Maik Steinhauer / Lukas Mank

Text: Silvio Klawonn