Die Stadt Weißenfels stellt die wichtigsten Baumaßnahmen des Jahres 2022 vor

Bis zum Jahr 2025 wird die Stadt Weißenfels insgesamt 95 Baumaßnahmen in Angriff nehmen. So sieht es der mittelfristige Investitionsplan vor, der im Dezember zusammen mit dem Haushalt 2022 vom Stadtrat beschlossen wurde. Alle Bauvorhaben sind bereits finanziell abgesichert, zu einem großen Teil mit Fördermitteln untersetzt und von der Kommunalaufsicht bestätigt. Im Jahr 2022 werden etwa 21,3 Millionen Euro für diverse Bauvorhaben ausgegeben. Dabei ist es der Stadt gelungen, dass bisher rund 7,1 Millionen Euro der Gesamtkosten über verschiedene Förderprogramme finanziert werden können.

Kitas und Grundschulen der Stadt Weißenfels

Ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung werden auch im Jahr 2022 wieder die Bildungseinrichtungen der Stadt Weißenfels sein. In der Albert-Einstein-Grundschule wird beispielsweise die komplette Außenanlage saniert. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich über neue Spielgeräte und Aufenthaltsbereiche freuen. Bereits im vergangenen Jahr wurden Regenwasser- und Abwasserleitungen verlegt und das Schulgebäude im Kellergeschoss gedämmt. Etwa zwei Millionen Euro wird die Sanierung der Außenanlage insgesamt kosten.

Zum Schlussspurt setzen die Arbeiter in der Herder-Grundschule an. Sorgenfalten bereiten derzeit Teile der Ausstattung. Hier gibt es Lieferschwierigkeiten. Halten diese Verzögerungen an, wackelt der Umzugstermin in den Winterferien 2022. Die Gestaltung der Außenanlagen steht im Frühjahr 2022 ebenfalls noch auf dem Plan. Etwa 6,16 Millionen Euro wird die Sanierung der Herder-Grundschule insgesamt kosten. Allein für die energetische Sanierung erhält die Stadt Weißenfels Fördermittel in Höhe von etwa zwei Millionen Euro aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE). Hinzu kommen etwa 283.000 Euro aus dem STARK-III-Programm des Landes Sachsen-Anhalt für die allgemeine Sanierung. Für Möbel und Ausstattungsgegenstände wird die Stadt Weißenfels etwa 560.000 Euro ausgeben. Dabei wird sie vom Burgenlandkreis unterstützt, der Fördermittel in Höhe von etwa 331.000 Euro zur Verfügung stellt. Die Sanierung der Außenanlage wird planmäßig etwa 780.000 Euro kosten.

Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung der Bildungseinrichtungen ist die Kita Uichteritz. Sie erhält einen Neubau. Mit den bauvorbereitenden Arbeiten wurde bereits im Jahr 2021 begonnen, sodass das neue Kitagebäude ab dem ersten Quartal 2022 errichtet werden kann. Der Neubau entsteht auf dem Gelände neben der Grundschule, sodass der Betrieb im Bestandsgebäude der Kita weiterlaufen kann. Ein ähnliches Bauvorhaben hat die Stadt Weißenfels bereits in den Jahren 2018 und 2019 in Großkorbetha realisiert. In Uichteritz werden die Arbeiten bis ins Jahr 2023 hinein dauern. Die Baumaßnahme wird insgesamt etwa drei Millionen Euro kosten.

Rege Bautätigkeit herrscht auch in der Kita Leißling. Diese erhält eine neue Brandwarnanlage und eine Einbruchmeldeanlage. Im Rahmen dieser Maßnahme werden zudem Flucht- und Rettungswege ertüchtigt und notwendige Renovierungen durchgeführt. Die Arbeiten finden bei laufendem Betrieb statt – eine Herausforderung, welche die Kita-Leitung und alle Beteiligten bisher hervorragend gemeistert haben. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf etwa 240.000 Euro, wobei die Stadt Weißenfels Fördermittel aus dem Ausbauprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2020-2021“ vom Burgenlandkreis in Höhe von knapp 145.500 Euro erhält.

Das Thema Brandschutz beschäftigt die städtischen Projektverantwortlichen in den Jahren 2022 und 2023 auch in der Kita Markwerben. So werden vor Ort zweite Rettungswege errichtet. Darüber hinaus erneuern die Bauleute die Sanitäranlagen und sie gestalten einige Räume neu, sodass diese künftig für die Kinderbetreuung genutzt werden können.

Auch die nächsten Sanierungsprojekte stehen schon in den Startlöchern. So beginnen für die Grundschulen Langendorf, Uichteritz und Großkorbetha im Jahr 2022 Planungen. Die Grundschule Langendorf soll einen Neubau erhalten. Dafür wird der vorhandene DDR-Bau abgerissen. Die denkmalgeschützte Klosterkirche, die ebenfalls zur Schule gehört, soll hingegen saniert werden, um dort später den Hort unterzubringen. Ebenfalls ein Neubau ist für die Grundschule Uichteritz geplant. Hier wartet die Stadt Weißenfels noch auf ein Feedback der Verbandsgemeinde Unstruttal. Deren Kinder nutzen aktuell ebenfalls die Grundschule Uichteritz. Die Verbandsgemeinde beabsichtigt jedoch in naher Zukunft eine Zusammenarbeit mit der Grundschule in Feyburg. Um die Dimensionen des neuen Schulgebäudes richtig zu planen, sind verbindliche Aussagen der Verbandsgemeinde notwendig. In der Grundschule Großkorbetha fehlen Klassenräume. Aufgrund der Geburtszahlen ist absehbar, dass es in Zukunft zweizügige Jahrgänge geben wird. Aus diesem Grund soll der Verbindungstrakt zwischen Schulgebäude und Turnhalle abgerissen und an gleicher Stelle ein zweistöckiger Verbindungstrakt mit zwei zusätzlichen Räumen errichtet werden. Die Umsetzung dieses Vorhabens ist für das Jahr 2023 geplant.

Weitere Projekte des Hochbaus

Neben den Kitas und Schulen widmet sich das Hochbau-Team der Stadt Weißenfels im Jahr 2022 auch noch einmal dem Rathaus. So wird die komplette Fassade saniert, instand gesetzt und zum Abschluss in dem Gelbton des Rathausturms gestrichen. Außerdem wird das Dachgeschoss ausgebaut, sodass Platz für zusätzliche Büros entsteht. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro.

Auf der Zielgeraden sind die Bauarbeiten am Ratssaal am Kloster. Bereits in den vergangenen Monaten wurde das Gebäude mit Bohrpfählen stabilisiert und die Regenentwässerung erneuert. Im Hof des Ratssaals wurde gepflastert und eine neue Mauer errichtet. In diesem Jahr wird die neu errichtete Mauer mit Natursteinplatten verkleidet. Zudem wird ein neues Tor eingebaut.

Während die einen Projekte vor der Fertigstellung stehen, nehmen andere im Jahr 2022 Fahrt auf; so das Vorhaben, in der Jüdenstraße einen neuen Standort für einen Lebensmittel-Nahversorger zu schaffen. Im Hof der Gebäude Jüdenstraße 1, 3 und 5 sind Abrissarbeiten geplant. Zudem soll im ersten Quartal 2022 ein Wettbewerb (VGV-Verfahren) ausgerufen werden, bei dem Architektenbüros ihre Entwürfe einreichen können. Die Finanzierung übernimmt die WVW Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH als potentieller Bauherr.

Verhältnismäßig wenig sichtbare Bautätigkeit wird es im Jahr 2022 bei Weißenfels’ Mammutprojekt, dem Schloss Neu-Augustusburg, geben. Das heißt aber längst nicht, dass hier Stillstand herrscht.

Abgeschlossen ist die statische Sicherung des Südflügels und des südlichen Westflügels über das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Unter dem Titel „verSCHLOSSene Räume“ hatte die Stadt Weißenfels insgesamt Fördermittel in Höhe von 2,1 Millionen Euro erhalten. Doch nicht nur auf einen erfolgreichen Abschluss dieses Sanierungsvorhabens kann die Saalestadt zurückblicken. Es wurde auch eine nachhaltige Nutzung für das Schloss Neu-Augustusburg gefunden. Im Jahr 2026 soll eine Landesbehörde mit mehr als 160 Bediensteten in das Denkmal einziehen. Bis dahin muss die Stadt Weißenfels den Ausbau des Schlosses realisieren – erneut eine Herkulesaufgabe, die laut aktuellen Berechnungen insgesamt mehr als 27 Millionen Euro verschlingen wird. Auf Grundlage der freigegebenen Raumpläne werden in diesem Jahr bauvorbereitende Planungen erfolgen. In diesem Zusammenhang steht die Stadt Weißenfels in intensivem Austausch mit dem Land Sachsen-Anhalt.

Unabhängig von diesen Planungen wird der nördliche Westflügel im Jahr 2022 weiter statisch gesichert. Insgesamt 140.700 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant. Die Arbeiten finden an den Turmfundamenten im Kellergeschoss statt. Da sich darüber der Thronsaal des Museums befindet, muss die Barockausstellung auch im Jahr 2022 gesperrt bleiben. Mit einer Wiedereröffnung ist nicht vor dem Jahr 2024 zu rechnen. Im vergangenen Jahr wurde bereits die Querwand unter dem Thronsaal gesichert und die Wände hinter dem Elektroraum saniert. Die gesamte Elektrotechnik musste dafür an einen neuen Ort verlegt werden. Ein Fortgang der Arbeiten erfolgt auch am Schlosshang. Hier nimmt die Stadt Weißenfels in bewährter Weise den nächsten Bauabschnitt (Blickrichtung Geleitshaustreppe) in Angriff. Ziel ist es, die Wand der Schlossterrasse zu stabilisieren.

Projekte des Tiefbaus

Auch Autofahrer müssen sich im Jahr 2022 wieder auf Sperrungen einstellen. So wird die grundhafte Sanierung der Leipziger Straße fortgesetzt. Der neue Bauabschnitt befindet sich zwischen dem Töpferdamm und dem Haus Nummer 113 in der Leipziger Straße. Die Sperrung erfolgt voraussichtlich von Mai 2022 bis Oktober 2023. Damit wird auch der Parkplatz am Töpferdamm nicht mehr zugängig sein. Im Rahmen der Maßnahme werden auch ein Teil der Hohen Straße und die dort befindliche Stützwand saniert. Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben betragen 2,5 Millionen Euro, wobei sich die Stadt Weißenfels so viele Gelder aus verschiedenen Fördertöpfen sichern konnte, dass damit 80 Prozent der Kosten gedeckt werden.

Mit reger Bautätigkeit ist zudem an der Straße Am Güterbahnhof zu rechnen. Von Juni 2022 bis Juni 2023 entsteht vor Ort eine Bahn-Bus-Schnittstelle mit Park-and-Ride-Platz, Bushaltestellen und einem barrierefreien Zugang zum Fußgängertunnel. Die komplette Straße wird zudem im Rahmen der Maßnahme erneuert. Die Gesamtkosten betragen etwa 2,5 Millionen. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt das Vorhaben mit etwa 1,7 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus einem Schnittstellenprogramm, das von der Nahverkehrsservicegesellschaft NASA betreut wird.

Eine weitere große Straßenbaumaßnahme kommt Ende des Jahres 2022 hinzu: der Neubau der Straße „Am Löbicken Anger“. Die Straße schafft als Nordrampe zwischen der Neustadt und dem Ortsteil Burgwerben eine weitere Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 91.

In Kleinkorbetha und Markwerben arbeitet die Stadt Weißenfels weiterhin an einem Schutz vor Überschwemmungen. In Markwerben werden zwei Regenrückhaltebecken errichtet. Die Arbeiten begannen bereits Ende des Jahres 2021. Die Maßnahme wird mit Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. In Kleinkorbetha fallen die Bauarbeiten umfangreicher aus. Die Maßnahmen betreffen den gesamten Ort. Alle vier Hauptstraßen – Bothfelder Straße, Oeglitzscher Straße, Fährstraße und Kleinkorbethaer Straße – werden im Laufe des Bauzeitraums zur Baustelle. Oberhalb der Ortschaft wird neben der Bothfelder Straße seit Juli 2021 ein Regenrückhaltebecken errichtet. Die Stadt Weißenfels erhält in diesem Zusammenhang Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Weitere Schwerpunkte sind unter anderem Hausanschlüsse an das zentrale Abwassernetz, die Verlegung eines neuen Regenwasserkanals und Straßenbauarbeiten. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme des Burgenlandkreises, der Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR, des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Bad Dürrenberg (ZWA) und der Stadt Weißenfels.

Auch das Thema Radwegebau steht im Jahr 2022 wieder auf dem Plan. Die Stadt Weißenfels investiert jährlich pro Einwohner zehn Euro in den Ausbau und die Pflege des Radwegenetzes. Für den Ausbau des Radweges zwischen Langendorf und Leißling entlang der Pflaumenbaumhohle hat die Saalestadt bereits Fördermittel beim Land Sachsen-Anhalt beantragt. Zudem soll der Radweg entlang der Saale zwischen Weißenfels und Uichteritz befestigt werden. Auch zwischen Weißenfels und dem Hassesee ist eine Verbindung für Radfahrer geplant. Die Stadt Weißenfels wird für beide Vorhaben Anfang 2022 Fördermittelanträge einreichen.

Des Weiteren hat die Landesstraßenbaubehörde mitgeteilt, dass die Landesstraße 182 zwischen Kriechau und Burgwerben voraussichtlich von März bis Dezember 2022 gesperrt sein wird. Im Auftrag der Landesbehörde wird vor Ort die Eisenbahnbrücke neu gebaut.

Quelle: Stadt Weißenfels

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