Ehrenamtliche Naturschützer unterstützen künftig das Umweltamt des Burgenlandkreises

Landrat ernennt ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte

Gute Nachrichten für den Naturschutz im Burgenlandkreis: Erstmals seit 25 Jahren ist die Zahl der ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten im Burgenlandkreis nicht rückläufig. Am Montag bestellte Landrat Götz Ulrich im Beisein der Umweltamtsleiterin Dr. Ariane Körner in einer feierlichen Veranstaltung im kleinen Kreistagssaal in Naumburg sieben Männer und Frauen zu ehrenamtlichen Experten in Fragen des Naturschutzes. „Damit haben wir allein im Jahr 2019 zehn neue Helfer, das ist eine Steigerung von 46 auf insgesamt 56“, freut sich die Leiterin des Umweltamtes. Künftig werden die Männer und Frauen aus Weißenfels, Lützen, Laucha, Naumburg, Teuchern und der Elsteraue in Natur und Landschaft des Burgenlandkreises unterwegs und sprichwörtlich der „verlängerte Arm“ des Umweltamtes sein. Experten sind sie beim Naturschutz allgemein, in der Vogel- und Insektenkunde. „Die ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten sind Außendienstler im Auftrag des Burgenlandkreises, deren Arbeit und Engagement unverzichtbar für die Naturschutzarbeit im Landkreis geworden ist“, betonte Landrat Götz Ulrich zur feierlichen Ernennungsveranstaltung. Der Naturschutz wird zu großen Teilen von Ehrenamtlichen gestützt. „Wir brauchen diese Unterstützung dringend, denn im Burgenlandkreis sind insgesamt 15 Naturschutzgebiete, 39 Schutzgebiete für Flora und Fauna sowie für Vögel, neun Landschaftsschutzgebiete, 316 Naturdenkmale sowie 160 Flächennaturdenkmale zu betreuen“, weiß der Landrat.

Die ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten im Burgenlandkreis unterstützen die untere Naturschutzbehörde in allen Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege z. B. bei der Vorbereitung und Durchführung von Naturschutzmaßnahmen, bei der Landschaftsplanung und Erarbeitung von Pflege und Entwicklungsplänen,  bei der Umsetzung von Schutzgebietsverordnungen und Managementplänen, bei der Durchführung von Monitoringmaßnahmen, der Artbetreuung, der Förderung des allgemeinen Verständnisses für die Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Rahmen werden unter anderem auch Artenhilfs-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt sowie Zuwiderhandlungen gegen naturschutzrechtliche Vorschriften festgestellt und der Naturschutzbehörde gemeldet.

„Wir sind sehr froh über die wertvolle Hilfe unserer Ehrenamtler bei der speziellen Artenbetreuung wie zum Beispiel bei Greifvögeln, Bibern, Fledermäusen oder Störchen. Aber auch bei Artenhilfsmaßnahmen wie dem Krötenzaun oder speziellen Artenschutzstationen sowie bei der Gebietsbetreuung möchten wir sie nicht missen“, so Dr. Ariane Körner. Viele Beauftragte üben das Ehrenamt bereits weit länger als 20 Jahre aus. Das zeigt einerseits, dass die Ehrenamtlichen lange aktiv sind. Andererseits macht es auch deutlich, dass dringend Verstärkung benötigt wird. Interessierte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, die erforderlichen Sachkenntnisse und Fähigkeiten in Naturschutz und Landschaftspflege sowie ausreichende Ortskenntnisse in ihrem Tätigkeitsbereich besitzen, können sich beim Umweltamt des Burgenlandkreises melden.

Naturschutzbeirat für Legislaturperiode bis 2022 berufen

Seit 1996, also nunmehr 23 Jahren, berät zudem der Naturschutzbeirat das Landratsamt des Burgenlandkreises. Fünfzehn Mitglieder gehören ihm an, die Vertreter anerkannter Naturschutzvereinigungen, der Land- und Forstwirtschaft, des Wein- und Gartenbaus sowie des Jagd- und Fischereiwesens sind. Weitere Fachleute aus dem Bereich verstärken das Team.  Der Naturschutzbeirat hat die Aufgabe, der Naturschutzbehörde Vorschläge und Anregungen zu unterbreiten, sie bei der Lösung von Naturschutzaufgaben zu unterstützen und allgemein Verständnis für die Verwirklichung naturschutzfachlicher und landschaftspflegerischer Ziele zu wecken. Der Naturschutzbeirat wird für drei Jahre berufen und tagt mindestens zweimal jährlich.

Für die neue Legislaturperiode bis 2022 berief Landrat Götz Ulrich die künftigen Mitglieder des Beirats ebenfalls am Montag. „Bei der Berufung der ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten haben wir großen Wert auf die Orts- und Sachkunde der Mitglieder gelegt“, hebt Umweltamtsleiterin Dr. Ariane Körner hervor. „Die Wichtigkeit des Naturschutzbeirates wird nicht nur als beratendes Gremium der unteren Naturschutzbehörde deutlich, sondern auch als bedeutsames Bindeglied zwischen Bevölkerung und Behörde. Der Naturschutzbeirat leistet somit im Burgenlandkreis einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz der Naturschutzarbeit, aber auch zur Aufklärung und als Ansprechpartner für die Bevölkerung.“ Cornelia Lorenz vom Naumburger Umweltladen gehörte schon in der vergangenen Legislaturperiode dem Beirat an und mahnt: „Die Naturschützer stellen viel fest, aber wir müssen noch lauter werden, denn ohne die Öffentlichkeit passiert leider wenig“, so das Beiratsmitglied. Seit fast 30 Jahren beschäftige sie sich schon mit Umweltfragen und sei mit der Zeit in die Aufgaben reingewachsen. „Man muss das nicht zwingend gelernt haben, um im Umweltschutz etwas zu bewegen“, verdeutlicht Lorenz abschließend.

Bildmaterial

Bild:                 2019-11-18_Berufung Naturschutzbeirat_1627a.jpg / A. Dietrich

Bildtext:              Die Mitglieder des neuen Naturschutzbeirats. Es fehlen: Monika Ludwig, Martina Köhler, Klaus Böhme, Hubert Reichardt.

Quelle: Landratsamt Burgenlandkreis