Es sind lange 23 Jahre an dem der Pfeiler des Ostlettner, des Naumburger Doms eine kahle Stelle aufwies. 60 mal 32 Zentimeter groß und ein paar Zentimeter tief. Und genau an dieser freien Stelle befand sich bis 1997 eine bronzene Grabplatte aus dem 16. Jahrhundert. Doch in den frühen Morgenstunden des 1. Mai 1997 entwendeten Diebe bei einem Einbruch diese und zwei weitere Epitaphe von den Dom-Pfeilern. Weil weder die Täter ausfindig gemacht, noch die Grabplatten gefunden werden konnten, gaben die Vereinigten Domstifter Repliken in Auftrag, um die Platten zu ersetzen.
Dienstag konnte nun das letzte fehlende Epitaph am Pfeiler des Ost-Lettners angebracht und die kahle Stelle geschlossen werden. „Endlich konnte diese offensichtliche Narbe im Dom behoben werden. Ich freue mich sehr, dass wir das dank der Hilfe der Familie Klotz und des Lions Club Naumburg geschafft haben“, so der Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter, Dr. Holger Kunde.
Die Replik wurde vom Bildhauer Ulrich Janku geschaffen, der die Grabplatte anhand von Fotos nachbilden konnte. „Eine kleine Hoffnung besteht noch, dass die Epitaphe nicht eingeschmolzen wurden und vielleicht doch irgendwann wieder auftauchen, dann kommen sie natürlich an die Stelle der Repliken, bis dahin, haben wir aber eine sehr gute Lösung gefunden“, meint Dr. Holger Kunde weiter. Die anderen beiden Nachbildungen der gestohlenen Grabplatten waren bereits 2014 an den entsprechenden Pfeilern im Langhaus des Doms eingesetzt worden.

Bildquelle: NaumburgerDom(c)VereinigteDomstifter_CTennler