Im Kampf gegen Aufkleber und Graffiti

Stadt Weißenfels kauft beschichtete Straßenschilder

Aufkleber, Graffitis und Edding-Kritzeleien auf Straßenschildern sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine Sachbeschädigung, die mit hohen Geldstrafen belegt werden kann. Fast täglich muss sich Mike Arning, Leiter der städtischen Straßenverkehrsbehörde, über neue Schmierereien auf Verkehrszeichen ärgern. Besonders in der Zeitzer Straße sowie an den Fußgängerinseln in der Leipziger Straße, Merseburger Straße und Selauer Straße haben die Vorfälle zugenommen.

Das Problem: Sowohl die Aufkleber als auch die Schriftzüge lassen sich nicht entfernen, ohne das Schild zu beschädigen. „Wir haben verschiedene Methoden probiert, aber entweder geht die Farbe bei der Reinigung mit ab oder das Motiv wird zerkratzt“, sagt Mike Arning. Das Verkehrsschild ist damit unbrauchbar und muss ersetzt werden. Pro Schild kommen schnell 100 Euro zusammen. Bei größeren Verkehrsschildern oder Wegweisern liegen die Kosten deutlich höher. Im vergangenen Jahr hat Weißenfels allein in der Kernstadt für Verkehrszeichen 20.000 Euro ausgegeben. Ein großer Teil davon ist auf die Sachbeschädigungen zurückzuführen. Das ärgert Mike Arning. Schließlich fehlt dieses Geld an anderen Stellen. So konnte er in der Vergangenheit beispielsweise einige Geländer nicht sanieren und geplante Fußgängerinseln nicht in Auftrag geben.

Um das Stadtsäckel künftig ein bisschen zu schonen, haben Mike Arning und seine Kollegen beschlossen, Straßenschilder mit einer neuartigen Schutzfolie zu kaufen. Diese kosten zwar doppelt so viel wie ein herkömmliches Verkehrszeichen, aber dank der Folie lässt sich das Schild mit chemischen Reinigungsmitteln säubern. In einem ersten Schritt hat der Leiter der Straßenverkehrsbehörde 70 beschichtete Straßenschilder für 4.700 Euro bestellt. Sie sollen von Ende Juli bis Anfang August 2019 in den besagten Schwerpunktstraßen angebracht werden. Insgesamt gibt es in der Weißenfelser Kernstadt und in den Ortschaften etwa 4.000 Verkehrszeichen. Alle müssen jedoch nicht ausgetauscht werden, da Schmierereien beispielsweise in den Ortschaften kaum ein Problem darstellen.

Von der Maßnahme erwartet Mike Arning nicht nur eine langfristige Kostenersparnis, sondern auch mehr Nachhaltigkeit. Derzeit werden die beschädigten Verkehrszeichen nämlich entsorgt. Da ist der hohe Verschleiß doppelt ärgerlich. „Eine Wegwerfgesellschaft finde ich nicht gut“, sagt der Leiter der Straßenverkehrsbehörde. Außerdem hofft er, dass die Zahl der Delikte nachlässt, wenn Aufkleber und Schriftzüge schnell wieder entfernt werden können.

Foto: Aufkleber auf Straßenschildern, wie hier an der Fußgängerinsel in der Leipziger Straße, erschweren die Lesbarkeit der Verkehrszeichen.

Fotografin: Katharina Vokoun

Quelle: Stadt Weißenfels