Klimaparkplatz: Robby Risch legt Widerspruch gegen Stadtratsbeschluss ein

Umfrage zum Klimaparkplatz auf städtischer Internetseite gestartet

Nach heftiger Kritik an der Entscheidung des Stadtrates zum Klimaparkplatz am Niemöllerplatz hat Oberbürgermeister Robby Risch fristgemäß am 6. Februar 2018 Widerspruch gegen den Beschluss eingelegt. Damit wird der Sachverhalt den Weißenfelser Stadträten bei der Sitzung am 1. März 2018 erneut zur Abstimmung vorgelegt. Um den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche den Räten mitzuteilen, hat die Stadt Weißenfels zudem auf ihrer Internetseite www.weissenfels.de eine Umfrage eingerichtet. Die Teilnehmer können dort abstimmen, wie der neue Klimaparkplatz am Niemöllerplatz gestaltet werden soll – mit oder ohne Grünfläche, mit hoher Aufenthaltsqualität oder mit mehr Stellflächen? Die Umfrage läuft bis 28. Februar 2018. Den Klimaparkplatz und den eingereichten Widerspruch wird Robby Risch auch im Vorwort des kommenden Amtsblattes (erscheint am 21.02.2018) zum Thema machen.

Hintergrund:

Auf der Brachfläche am Niemöllerplatz soll ein öffentlicher Parkplatz entstehen. Das Gebiet umfasst etwa 4.900 Quadratmeter und befindet sich zwischen Großer Deichstraße, Niemöllerplatz, Friedrichsstraße und der vorhandenen Bebauung. Unterhalb des Areals verläuft der Greißlaubach.

Ziel ist es, die Fläche als Klimaparkplatz zu gestalten. In diesem Zusammenhang spielen unter anderem folgende Aspekte eine Rolle:

– Möglichkeit zum Umstieg von herkömmlichen Verbrennungsmotoren auf erneuerbare Energiequellen

– Integration von Elektromobilitätsladeplätzen

– Reduzierung der CO2-Belastung

– Hoher Anteil an Grünflächen

Entstehen sollen:

– Parkplätze

– Fahrradbügel mit Überdachung und integrierter Photovoltaikanlage

– Fahrradboxen

– Ladestationen für E-Autos und E-Bikes

– Straßenlaternen mit LED-Technik

Für die Gestaltung des Parkplatzes werden zwei Varianten vorgeschlagen.
Variante 1: Parkplatz mit offenem Greißlaubach

Der Greißlaubach wird auf einem Teilabschnitt geöffnet. In diesem Bereich entsteht eine begrünte Freianlage, die Radfahrer und Fußgänger zum Sitzen und Verweilen einlädt. Über Treppen und barrierefreie Rampen ist die Anlage zu erreichen. Der Behindertenbeirat und der Seniorenbeirat der Stadt Weißenfels präferierten die Variante mit geöffnetem Greißlaubach. Für die Bewohner der umliegenden Häuser und für die zukünftigen Mitarbeiter des Jobcenters entstünde dadurch inmitten des Stadtzentrums ein Kleinod mit Naherholungseffekt.

Kapazitäten:

– 69 Parkplätze (2x barrierefrei, 2x Wohnmobil-Kurzzeitparker)

– 98 Fahrradplätze (10x Fahrradboxen)

– 32 Bäume

Variante 2: Parkplatz mit geschlossenem Greißlaubach

Der Greißlaubach wird geschlossen. Dadurch entsteht Platz für zusätzliche PkwStellflächen. Auf Niemöllerplatz-Seite wird das Areal als Ringfahrbahn gestaltet, in deren Mitte sich eine ovale Insel – der sogenannte Energiehügel – befindet. Dieser ist zentraler Anlaufpunkt für Nutzer der Elektromobilität. Westlich des Energiehügels befindet sich eine kleine Aufenthaltsfläche.

Kapazitäten:

– 84 Parkplätze (2x barrierefrei, 2x Wohnmobil-Kurzzeitparker)

– 84 Fahrradplätze (14x Fahrradboxen)

– 34 Bäume

Die Kosten für beide Maßnahmen sind mit etwa 1,5 Millionen Euro gleich hoch. Das Projekt wird über das Programm „Stadtumbau des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Die Europäische Union trägt 79 Prozent der Gesamtkosten. Bund und Land teilen sich weitere 14 Prozent. Insgesamt werden Fördermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Bauarbeiten für den Klimaparkplatz beginnen bereits im Jahr 2018. Eine Fertigstellung der Baumaßnahme ist für das Jahr 2019 geplant.

Der Weißenfelser Stadtrat hatte bei seiner Sitzung am 25. Januar 2018 beschlossen, den Klimaparkplatz am Niemöllerplatz mit überdecktem Greißlaubach zu errichten (19 Stimmen dafür, 16 dagegen, 2 Enthaltungen). Die Räte stimmten damit gegen den Gestaltungsvorschlag der Stadtverwaltung, der einen Parkplatz mit freigelegtem Greißlaubach und begrünten Aufenthaltsflächen für Radfahrer und Fußgänger vorsah. Der Behindertenbeirat und der Seniorenbeirat präferierten ebenfalls die Variante mit geöffnetem Greißlaubach. Nach dem Bekanntwerden des Beschlusses erreichten die Stadtverwaltung zahlreiche Zuschriften und Anrufe von enttäuschten Bürgern. Beim Händlerstammtisch Ende Januar 2018 favorisierte der überwiegende Teil der anwesenden Unternehmer ebenfalls die touristisch attraktivere Lösung der offenen Variante.

Alle Grafiken: Steinbacher Consult/ Stadt Weißenfels

Quelle: Stadt Weißenfels

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