Massenvermehrung von Waldschädlingen befürchtet

Forstausschuss berät über Maßnahmen

Den Wäldern im Burgenlandkreis hat das Sturmtief Friederike im Januar dieses Jahres arg zugesetzt. Nun droht dem Waldbestand erneut Gefahr: Die umgeknickten Bäume bieten Schädlinge wie dem Borkenkäfer bei günstigen Witterungsbedingungen ausreichend Brutmaterial für eine Massenvermehrung. Wie die Kalamität, so heißt im forstlichen Sinne die Massenvermehrung von waldschädigenden Insekten, verhindert werden kann, darüber berieten die Mitglieder des Forstausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung.

Vor allem der Bestand an Fichten- und Kiefern ist es, der durch den Sturm große Schäden aufweise, so die gemeinsame Einschätzung der Ausschussmitglieder, die zunächst über den jeweiligen Zustand der Wälder und Waldflächen aus ihrem Bereich berichteten. In Zahlen ausgedrückt, belaufe sich der Schaden auf ca. 15.000 Festmeter Holz.

Nach Einschätzung von Herrn Hartung vom Landeszentrum Wald, Betreuungsforstamt Naumburg, könne die verstärkte Entwicklung des Borkenkäfers, Schäden noch größeren Ausmaßes als durch den Sturm selbst annehmen. Um die Käferbestände zu kontrollieren, wurden daher in einigen Waldgebieten Borkenkäferfallen zur Beobachtung aufgestellt. Denn je nach Wetterlage sind beim Borkenkäfer 2-3 Generationen jährlich möglich.

Um insbesondere Schäden der gesunden Nachbarflächen durch sich erhöhende Borkenkäferbestände zu vermeiden, sei es zwingend notwendig, dass sturmgeschädigte Nadelholz aus dem Wald zu verbringen. In einem gemeinsamen Appell erinnern die Mitglieder des Ausschusses die hiesigen Waldbesitzer an ihrer gesetzlichen Pflicht zur ordnungsgemäßen Bewirtschaftung ihrer Wälder, auch wenn sich die Räumungen einzelner Flächen teilweise sehr schwierig gestalte und die Holzkäufer weniger für das sturm- bzw. käfergeschädigte Holz zahlen.

Ein weites Problem stellt die notwendige Behandlung des gelagerten Holzes dar. Da die Aufarbeitung nach Einschätzung des Ausschusses noch teilweise bis Jahresende andauern wird, müssen entsprechende Ausnahmeanträge an das Landeszentrum Wald, Betreuungsforstamt Naumburg, gestellt werden. Das Forstamt ist hier Ansprechpartner für alle Waldeigentümer im Burgenlandkreis.

Auch die im Zuge der Holzernte auftretende Schäden an den Waldwegen wurden thematisiert. Herausgestellt wurde, dass die Zugänglichkeit der Waldflächen für die Waldbesitzer gegeben sein muss und es besonders wichtig sei, dass Rettungsfahrzeuge oder die Feuerwehr im Einsatzfall an die Waldflächen gelangen.

Hintergrund:

Der Forstausschuss Burgenlandkreis wurde am 28.11.2016 gemäß § 35 Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt berufen. Der Forstausschuss setzt sich aus Waldbesitzern aller Eigentumsarten, dem örtlichen Vertreter des Landeszentrums Wald sowie dem Vertreter der unteren Forstbehörde beim Burgenlandkreis zusammen. Zum Vorsitzenden wurde Arnd Gerber gewählt.

 

Kontakt zum Forstausschuss über das Umweltamt des Burgenlandkreises, Telefon 03443/ 372 376, oder via E-Mail an umweltamt@blk.de

 

Quelle: Landratsamt Burgenlandkreis

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