Die Stadt Weißenfels bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit Frühjahr 2020 die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten* an. Dafür wurden datenschutzkonform sehr gute technische Voraussetzungen geschaffen. So liegen die Daten nicht auf dem Heimcomputer, sondern verbleiben auf dem städtischen Server. Der Nutzer greift über eine sichere Datenleitung von zuhause aus auf diesen Server zu. Auf diese Weise ist das Arbeiten von jedem Ort mit Internetanschluss und sogar per Hotspot vom mobilen Netz aus möglich.

Insgesamt könnten etwa 160 Personen aus der Stadtverwaltung von zuhause aus arbeiten. Das sind rund 30 Prozent der gesamten Belegschaft. Mehr als 100 mobile Arbeitsplätze wurden bereits eingerichtet. Infolge der aktuellen politischen Beschlüsse hat die Stadt Weißenfels Notebooks gekauft, um für noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Voraussetzungen für das mobile Arbeiten zu schaffen. Der Großteil des städtischen Personals kann dieses Angebot jedoch aufgrund der Aufgaben nicht nutzen. Dazu gehören unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Kindertagesstätten, des Bauhofes, des Bürgerbüros und der Feuerwehr.

Doch auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die grundsätzlich die Voraussetzungen für das mobile Arbeiten hätten, stößt die Stadtverwaltung teilweise an ihre Grenzen. So ist für die Teams vom Hochbau und vom Tiefbau das mobile Arbeiten unkomfortabel, da beispielsweise Kartenmaterial, Planungsunterlagen und Fördermittelbescheide oft in Papierform vorliegen. Darüber hinaus verfügt zuhause nicht jeder über WLAN und eine schnelle Internetverbindung. Zudem können einige Angestellte aufgrund der aktuellen Kita-Schließungen in den eigenen vier Wänden nicht ungestört arbeiten. In letzterem Fall versucht die Stadt Weißenfels trotzdem einen Anreiz zum mobilen Arbeiten zu schaffen, indem sie die flexiblen Arbeitszeiten von 6 bis 21 Uhr erweitert hat.

In den Verwaltungsgebäuden setzt die Stadt Weißenfels die geltenden Hygienevorschriften um. So ist beispielsweise das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Zudem werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Büro Desinfektionsmittel und medizinische Masken frei zur Verfügung gestellt. Das Personal des Bauhofs und der Kitas wurde in Kohorten aufgeteilt. Das heißt: Es arbeiten immer dieselben, möglichst kleinen Gruppen zusammen. Es gibt keine Durchmischung, sodass eine Reduzierung der Kontakte sichergestellt ist. Am Bauhof wurde zudem für die einzelnen Gruppen ein unterschiedlicher Arbeitsbeginn festgelegt, damit sich diese möglichst nicht begegnen. In den Fahrzeugen des Bauhofs muss bei Mehrfachbelegung ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Darüber hinaus werden durch das mobile Arbeiten derzeit einige Büros nicht genutzt. Sie dienen nun als Einzelbüros für die Angestellten, die nicht von zuhause aus arbeiten können.

*Die Stadt Weißenfels nutzt den Begriff „mobiles Arbeiten“. Die Bezeichnung „Home Office“ wird nicht verwendet, weil nicht jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter zuhause ein ausgestattetes Büro (Office) zur Verfügung steht. Vielmehr arbeitet ein Großteil der Personen im Wohnzimmer oder am Küchentisch. Diese Situation wird durch den Begriff „Home Office“ nicht wirklichkeitsnah wiedergegeben.

Foto: Einige Büros im Weißenfelser Rathaus sind derzeit verwaist, weil die Angestellten von zuhause aus arbeiten.

Bild/quelle: Stadt Weißenfels