Neues Konzept für Weißenfelser Kulturhaus

Kulturamt übernimmt Leitung des Kulturhauses und tritt vermehrt als Veranstalter auf

 

Das Kulturhaus wird seit 1. Januar 2019 von der Stadt Weißenfels betrieben und verwaltet. Zuvor hatte der Sport- und Freizeitbetrieb diese Aufgabe inne. Die Übertragung ist nicht nur ein reiner Verwaltungsakt. Das Publikum wird schon in diesem Jahr deutliche Veränderungen erleben. Das verspricht der städtische Kulturamtsleiter Robert Brückner. Für frischen Wind sollen offensive Programmplanungen und hochkarätige Shows sorgen.

 

„Wir wollen als Veranstalter auftreten und nicht nur das Kulturhaus an Agenturen vermieten“, sagt Robert Brückner. Er und das Team des städtischen Veranstaltungsmanagements kennen die Wünsche des Weißenfelser Publikums. Durch die gezielte Akquise von Künstlern und Show-Acts werden sie diesen künftig stärker nachkommen. Die ersten Ergebnisse der Neuausrichtung präsentiert Veranstaltungsmanager Christian Endt und diese können sich sehen lassen. Rockmusiker Heinz Rudolf Kunze, Komiker Olaf Schubert sowie Musiker und Autor FLAKE sind fest für Auftritte im Kulturhaus gebucht. „Vor allem die Lesung mit FLAKE ist für uns eine kleine Sensation. Als Keyboarder von Rammstein spielt er in der erfolgreichsten deutschen Band. Die veröffentlichen in diesem Jahr ihr neues Album, gehen von Juni bis August auf große Stadion-Tournee, spielen vor einem Millionenpublikum und direkt danach ist FLAKE bei uns im Kulturhaus und liest aus seinem neuen Buch“, sagt Christian Endt und schüttelt beim Gedanken an diesen Coup ungläubig den Kopf. Schon mehr als 220 Tickets wurden in den ersten Wochen verkauft. Wer FLAKE in Weißenfels erleben möchte, sollte sich also schleunigst eine Karte sichern.

 

Dass eigene Veranstaltungen auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden sind, wissen Kulturamtsleiter Robert Brückner und sein Kollege Christian Endt. Schließlich tritt die Stadt Weißenfels bereits seit zehn Jahren bei den Weißenfelser Theatertagen als Veranstalter auf. „Wenn der Ticketverkauf gut läuft, ist der Gewinn jedoch höher als bei einer Einmietung. Das ist unser Ziel. Schließlich wollen wir das Kulturhaus finanziell entlasten“, sagt Robert Brückner. Derzeit habe die Stadt Weißenfels einen Zuschuss von 350.000 Euro im Haushalt 2019 für das Kulturhaus eingeplant. Vorgesehen seien für dieses Jahr Einnahmen in Höhe von 360.000 Euro. Die Ausgaben werden voraussichtlich bei 710.000 Euro liegen, wobei dazu auch Gelder für die Pflege des Hauses, für Reparaturen und für das Personal gehören. Die Miet- und Pachtverträge, die mit Nutzern der Gaststätte, des Ballettsaales oder anderer Bereiche des Kulturhauses abgeschlossen wurden, bestehen auch nach der Übertragung fort. „Die Ausgaben lassen sich nicht weiter verringern, weil wir hier schon bei einem Minimum des Machbaren angekommen sind. Wir wollen deshalb durch bessere Veranstaltungen die Einnahmen erhöhen“, beschreibt Robert Brückner den Plan. Schon im Jahr 2020 soll das Defizit des Kulturhauses um 30.000 Euro reduziert werden.

Um dieses Vorhaben zu erreichen, wollen Christian Endt und sein Team auch bei den Vermietungen des Kulturhauses an Künstleragenturen auf bessere Qualität achten. Bei der Zusammenarbeit mit großen Agenturen hilft ihnen außerdem, dass ab sofort die Organisation, Durchführung und konzeptionelle Ausrichtung aller Veranstaltungen der Stadt Weißenfels im Kulturamt gebündelt werden. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Verhandlungen. Ein Konzept, das schon in diesem Jahr erste Früchte trägt. So treten die Chansonsängerin Annett Louisan und die Ostrock-Band Karat im Schlosshof und Autor Erich von Däniken im Kulturhaus auf. Alle drei Künstler werden von einer Agentur vertreten, die sich von der neuen Alles-aus-einer-Hand-Philosophie der Stadt Weißenfels überzeugt zeigte.

 

Laut Christian Endt soll nicht nur die Qualität sondern auch die Quantität der jährlichen Veranstaltungen gesteigert werden. An der Vermarktung der Events arbeiten er und seine Kollegen ebenfalls. So soll künftig vierteljährlich ein Veranstaltungsheft erscheinen, das alle Höhepunkte des städtischen Veranstaltungskalenders zusammenfasst. „Es macht keinen Sinn, jedes Haus und jede Bühne einzeln zu bewerben. Das kulturinteressierte Publikum möchte wissen, was es in den kommenden Monaten in Weißenfels erleben kann“, sagt der Veranstaltungsmanager. Um das Kulturhaus für die Stadt und für Fremdveranstalter noch attraktiver zu machen, sind im kommenden Jahr zudem Investitionen für eine neue Tontechnik geplant. Und noch einen Vorteil bringt die Übertragung des Kulturhauses an die Stadt Weißenfels laut Christian Endt mit sich: vorhandene Ressourcen, Netzwerke und personelle Kräfte können besser genutzt werden. Die zwei Verwaltungsmitarbeiter und der Haustechniker, die für den Eigenbetrieb im Kulturhaus tätig waren, arbeiten mittlerweile für das Kulturamt und können flexibel – beispielsweise auch für das Weißenfelser Schlossfest oder für die Theatertage – eingesetzt werden.

Foto: Weißenfelser Kulturhaus

Fotografin: Katharina Vokoun

Quelle: Stadt Weißenfels