Mikroprojekt als wertvoller Beitrag für Zeitzer Grundschüler und Einwohner

Ermahnungen, Strafarbeiten oder Förderunterricht, um Lücken aufzuholen: Meist bleibt der Erfolg solcher Maßnahmen bei Jugendlichen aus, die nur noch unregelmäßig oder gar nicht mehr zur Schule gehen. Deshalb geht der Bildungsträger BVU GmbH in Zeitz nun ganz bewusst andere Wege – mit dem Mikroprojekt „Grünes Klassenzimmer“.  

Seit Anfang des Jahres werkeln schulmüde Jugendliche der Sekundarschule III und Jugendliche der Gemeinschaftsunterkunft im Brühl gemeinsam mit einer erfahrenen Sozialpädagogin und einem Ausbilder im Zeitzer Schlosspark. Erklärtes Ziel ist es, das dortige Grüne Klassenzimmer so aufzuwerten, dass die Grundschüler der Stadt es im Sachkundeunterricht wieder besuchen können. Im aktuellen Zustand scheint das nämlich unmöglich. Zu tun gibt es einiges: morsche Bänke müssen aufgearbeitet und teilweise ersetzt werden, der Pflanztisch wartet auf einen neuen Anstrich und dem Wildwuchs wird mit radikalem Rückschnitt und Neuanpflanzungen der Kampf angesagt. „Der frisch gestrichene Pflanztisch ist bereits montiert und die Efeureste vom Eingangstor des Grünen Klassenzimmers entfernt. Die Jugendlichen haben außerdem neue Weidenruten gepflanzt, die regelmäßig gegossen werden, damit sie anwachsen können“, fasst Anja Otto vom Bildungsbüro des Burgenlandkreises die ersten sichtbaren Ergebnisse zusammen. Doch es wartet noch viel Arbeit, denn ebenso wie der Pflanztisch könnten auch die Zaungucker neue Farbe vertragen. Besondere Anerkennung für die Jugendlichen: Ihre selbstkreierten Entwürfe für die kleinen Zaungucker durften sie Kerstin Müller vom Sachgebiet Kultur und Tourismus der Stadt Zeitz vorstellen. Aus allen Entwürfen wurden drei ausgewählt, die bald im Schlosspark zu sehen sein werden. „Schon im Juni soll es mit den neuen Farbanstrichen losgehen“, freut sich Anja Otto.

Im Mikroprojekt „Grünes Klassenzimmer“ arbeiten Jugendliche aus Zeitz, die auf der Suche nach beruflicher Orientierung sind. Neben dem Erlernen der handwerklichen Fähigkeiten bereitet ihnen das praktische Arbeiten Spaß. Dabei soll nicht nur ein Stück Zeitz verschönert werden. Ziel ist es, dass die Jugendlichen wieder Selbstbewusstsein tanken und das Gefühl bekommen, selbst etwas bewirken zu können. Denn genau dieses Selbstverständnis geht bei länger anhaltender Schulverweigerung oft verloren. Zudem soll bei den Teilnehmenden das Verständnis für Natur und Umwelt erhöht werden. „Da das Grüne Klassenzimmer allen Bürgern zugänglich ist, kann sich jeder Besucher des Schlossparks vom aktuellen Stand der Arbeiten vor Ort selbst ein Bild machen. Auch wenn uns die derzeitige Situation vor Herausforderungen stellt, werden wir diese gemeinsam meistern“, ist sich Koordinatorin Otto sicher.

Dank gilt, auch im Namen der teilnehmenden Jugendlichen, folgenden Firmen und Institutionen:

  • Stadt Zeitz, v.a. dem Sachgebiet Kultur und Tourismus
  • der Sekundarschule III Zeitz
  • Firma Robi Play aus Naumburg

Hintergrund:
Das Mikroprojekt wird vom Bundesprogramm “JUGEND STÄRKEN im Quartier” und dem Burgenlandkreis finanziert. Fragen beantwortet Ihnen Frau Otto als Ansprechpartnerin des Burgenlandkreises unter der Telefonnummer 03445-73 2143.

Bild:                                        Grünes Klassenzimmer.jpg

Quelle:                                    Burgenlandkreis/ Anja Otto

Bildunterschrift:     Jugendliche der Sekundarschule III und Jugendliche der Gemeinschaftsunterkunft im Brühl mit Sozialpädagogin Kornelia Friedrich