Stadt Weißenfels plant im Jahr 2019 große Baumaßnahmen

Weißenfels bleibt auch im Jahr 2019 die Stadt der vielen Baustellen – einige werden in Angriff genommen, andere fortgeführt und manche fertig gestellt. Etwa 17,3 Millionen Euro werden in den kommenden Monaten für diverse Bauvorhaben ausgegeben. Dabei ist es der Stadt gelungen, dass rund 14,5 Millionen Euro der Gesamtkosten über verschiedene Förderprogramme finanziert werden können.

 

Die Sperrung der Nikolaistraße wird Umleitungen im Weißenfelser Innenstadtverkehr mit sich bringen.

Autofahrer müssen sich in diesem Jahr wieder auf Straßensperrungen einstellen. Insgesamt acht Tiefbaumaßnahmen lässt die Stadt Weißenfels durchführen. Zudem beteiligt sie sich an elf Bauvorhaben der Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR. Darüber hinaus liegen 40 Anträge für Straßenbauarbeiten von anderen Auftraggebern vor. Die größten Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehrsfluss wird wohl die Sanierung der Nikolaistraße haben. Im Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr Schwedenstein und dem Heinrich-Schütz-Haus erneuert die AöR ihre Mischwasserkanäle. Die Bauarbeiten starten –nach Fertigstellung der Klosterstraße – voraussichtlich im März.

 

Zur Baustelle werden zudem die Lutherstraße und der Lutherplatz. Hier  erneuern die Stadtwerke Weißenfels die Gas- und Trinkwasserleitungen. Im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung wird im Auftrag der AöR außerdem die Beuditzstraße im Abschnitt zwischen Ladegaststraße und Poetenweg saniert. Auch in der Großen Deichstraße gehen die Sanierungsarbeiten aufgrund von Hochwasserschäden weiter. Derzeit sind die Bauarbeiter im Bereich zwischen Hirsemannstraße und der ehemaligen Parkanlage sowie in der Hirsemannstraße selbst tätig. Vor Ort erneuern sie die Stützmauer, die Abwasserkanäle und die Straße. Die Arbeiten sollen planmäßig bis Juni 2019 abgeschlossen sein. Anschließend wird im dritten Bauabschnitt auf Höhe der Parkanlage die Stützmauer am Saale-Ufer erneuert. Die Baumaßnahmen werden zu hundert Prozent mit Geldern der Hochwasserschadensbeseitigung finanziert.

 

Der Weißenfelser Marktplatz soll nach fast zweijähriger Bauzeit im Frühling fertiggestellt werden.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht für die städtischen Mitarbeiter natürlich auch der Weißenfelser Markt, der nach etwa zweijähriger Bauzeit fertiggestellt werden soll. Die Einweihung des neuen Marktplatzes ist für den Tag der Städtebauförderung am 11. Mai 2019 geplant. Derzeit kommen aufgrund der Witterung vor Ort die Arbeiten kaum voran. Der Zeitplan berücksichtigt im Winter jedoch ein gewisses Kontingent an Ausfalltagen, sodass der Fertigstellungstermin nach derzeitigem Kenntnisstand gehalten werden kann. Fortschritte machen die Bauarbeiten am Klimaparkplatz. Seit November 2018 wird neben dem Niemöllerplatz gebaut. Bis zum Herbst 2019 entstehen auf einer Fläche von etwa 4.900 Quadratmetern 84 PKW-Stellplätze, 2 Wohnmobilstellplätze, 84 Stellplätze für Fahrräder und Elektroladesäulen für 4 Autos. Das Bauvorhaben wird mit Mitteln in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro durch den europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

 

Auch in den Ortschaften tut sich etwas. So wird in Großkorbetha unter anderem  in der Alten Weißenfelser Straße der Regenwasserkanal von der AöR erneuert. In Borau steht ein echter Dauerbrenner auf dem Plan. So wird voraussichtlich die Wiederherstellung des Borauer Grabens in Angriff genommen. Seit zehn Jahre laufen die Vorbereitungen für das Bauvorhaben, was unter anderem auf die Vielzahl der anliegenden Grundstückseigentümer zurückzuführen ist. Die Sanierung des Entwässerungsgrabens ist notwendig, um einen Abfluss der Niederschläge aus der oberen Region Borau zu gewährleisten. Die Arbeiten erfolgen im Auftrag des Unterhaltungsverbandes Mittlere Saale-Weiße Elster. Die Stadt Weißenfels unterstützt die Maßnahme mit 177.000 Euro.

 

Beim Hochbau liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Sanierung und Erneuerung von Bildungseinrichtungen. So ist für Juni 2019 die Fertigstellung der neuen Kita „An der Mühle“ in Tagewerben geplant. Im Haushaltsplan 2019 wurden dafür weitere 300.000 Euro eingestellt. Seit Oktober 2017 wird der hintere Trakt des Grundschulgebäudes saniert. Insgesamt 75 Krippen- und Kindergartenkinder aus Tagewerben und Reichardtswerben finden hier ihr neues Domizil. Die Maßnahme wird unterstützt durch das Förderprogramm Stark V. Beim Bau der Kita wurden auch Fassadenschäden am unsanierten Gebäudeteil der Grundschule festgestellt. Die Stadt Weißenfels hat im Haushalt 2019 insgesamt 1,4 Millionen Euro und im Haushalt 2020 noch einmal 700.000 Euro eingeplant. Mit dem Geld werden nicht nur diese Schäden behoben. Das gesamte Gebäude erhält auch eine neue Dämmung, da eine energetische Sanierung ausschließlich im neuen Kita-Trakt nicht sinnvoll ist. Auch eine komplette Innensanierung ist geplant. Außerdem werden die Brandschutzanlagen und die Haustechnik auf den neusten Stand gebracht.

 

Auch auf der Baustelle der Kita „Haus Sonnenschein“ in Großkorbetha ist ein Ende in Sicht. Der Ersatzneubau soll bis zum Juni 2019 fertiggestellt sein. Nach dem Umzug der Kinder wird das alte Kita-Gebäude abgerissen. Auf dem Grundstück entsteht dann die neue Spielfläche für die Kids. Die Fertigstellung ist für den Spätherbst 2019 geplant. Die Stadt Weißenfels hat für das Vorhaben weitere 727.000 Euro im Haushalt 2019 eingestellt. Die Finanzierung des Kita-Neubaus wird mit Fördermitteln des Programms Stark III/ ELER unterstützt.

 

Während die einen Projekte abgeschlossen werden, fällt für andere erst der Startschuss. Dazu gehört die Herdergrundschule. Seit Ende Dezember 2018 liegt der STARK-III-Förderbescheid des Landes Sachsen-Anhalt über etwa 2,26 Millionen Euro vor (Gesamtkosten 5,56 Millionen Euro). Während der Bauarbeiten finden die rund 220 Schülerinnen und Schüler in der ehemaligen Altstadtschule ein Ausweichquartier. Der Umzug findet während der Sommerferien statt. Aktuell laufen bereits die Vorbereitungen dafür. So werden in der leerstehenden Altstadtschule beispielsweise Brandschutzanlagen, Fenster und Heizungen geprüft. Außerdem werden die  technischen Anlagen und Toiletten wieder in Betrieb genommen. Darüber hinaus wird ein Seitentrakt der Herderschule als Ausweichstandort für den Hort hergerichtet. Die Sanierungsarbeiten laufen planmäßig bis Sommer 2021. Für das Jahr 2019 hat die Stadt Weißenfels 870.000 Euro im Haushalt eingeplant.

 

Oberbürgermeister Robby Risch hofft, Ende des Jahres wieder sein Büro im Rathaus beziehen zu dürfen.

Auf einen Umzug zurück in sein altes Domizil darf sich hingegen Oberbürgermeister Robby Risch freuen. Ende des Jahres 2019 sollen die Sanierungsarbeiten im Rathaus abgeschlossen sein. Das barocke Schmuckstück steht dann schon seit fast sieben Jahren leer. Marode Holzbalken, Hausschwamm, Pilzbefall und andere Mängel an der Bausubstanz hatten dazu geführt, dass nahezu alle Verwaltungsmitarbeiter Anfang 2013 in Interimsgebäude umziehen mussten. Das Dach des Weißenfelser Rathauses wurde bereits in den Jahren 2014 und 2015 mithilfe von Fördergeldern für 1,7 Millionen Euro saniert. Danach tat sich mit dem STARK-V-Programm eine weitere Fördermöglichkeit auf. Die Stadt Weißenfels erhielt im April des Jahres 2017 aus dem Fördertopf 1,94 Millionen Euro für die Sanierung der ersten und zweiten Etage des Rathauses. Die Herrichtung des Erdgeschosses finanziert die Stadt Weißenfels aus Eigenmitteln.

 

Weißenfels’ Dauerbaustelle, das Schloss Neu-Augustusburg, gehört im Jahr 2019 ebenfalls zu den Bauprojekten. Im Rahmen des Bundesprogrammes „Nationale Projekte des Städtebaus“ hat die Stadt einen Fördermittelbescheid in Höhe von 1,4 Millionen Euro erhalten. Der Eigenanteil der Stadt an den Gesamtkosten liegt bei etwa 33 Prozent. Mit dem Geld wird bis zum Jahr 2021 schrittweise der Südflügel statisch gesichert. Zudem muss die Stadt Weißenfels den nördlichen Westflügel sanieren. Darüber befinden sich die Räume der Dauerausstellung zur Barocken Fürstenresidenz. Diese bleiben vorerst geschlossen. Im Jahr 2019 sind für die Notsicherung im Haushaltsplan 600.000 Euro vorgesehen. Insgesamt ist von einem finanziellen Aufwand von etwa 1,9 bis 2,9 Millionen Euro auszugehen.

 

Die Arbeiten in der Klosterstraße sind in den letzten Zügen.

Die Baustellen werden in Weißenfels auch in naher Zukunft nicht weniger. Für verschiedene Projekte werden deshalb in diesem Jahr baufachliche Prüfungen, verkehrstechnische Untersuchungen und Planungsleistungen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Leipziger Straße (Abschnitt Klosterstraße bis Klingenplatz), die Straße Am Güterbahnhof (inklusive Planungen für Buswendeplatz, Park & Ride und barrierefreien Tunnel), die Anbindung an die Bundesstraße 91 Am Löbicken Anger und die Grüne Achse (Areal zieht sich vom Stadtpark über den Rosalskyweg, das Postbeet und weiter über die Hinterhöfe der Saalstraße bis zum Gebäude der Alten Sparkasse). Entsprechende Gelder sind im Haushaltsplan eingestellt. Eine baufachliche Prüfung läuft derzeit im Novalis-Hinterhaus, in der Kita Uichteritz und in der Albert-Einstein-Grundschule.

 

Sanierungsbedarf besteht auch in der Grundschule Langendorf. Hier wurden im vergangenen Jahr Bauschäden erfasst und denkmalschutzrechtliche Auflagen abgeklärt. Eine erste Schätzung ergibt Sanierungskosten in Höhe von etwa 3,3 Millionen Euro. In den kommenden Monaten sollen  Planungsbüros beauftragt werden. Dafür ist ein umfangreiches Auswahlverfahren notwendig. Für das ehemalige Lichtspielhaus Gloria hat die Stadt Weißenfels zudem Ende November 2018 beim Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ einen Förderantrag eingereicht. Das Auswahlverfahren läuft voraussichtlich noch bis März 2019. Sollte die Saalestadt eine Zusage erhalten, möchte sie die Gelder für eine komplette Sanierung des Glorias einsetzen, um es vor dem Verfall und dem letztendlichen Abriss zu bewahren. Ein großes Bauvorhaben der kommenden Jahre wird außerdem das Erweiterungsgebäude des Heinrich-Schütz-Hauses sein. Dafür soll der benachbarte Plattenbau in der Nikolaistraße 9 abgerissen und an selber Stelle ein Neubau errichtet werden. Auf diese Weise entstehen bis zum Schütz-Jubiläum im Jahr 2022 unter anderem Räume für Sonderausstellungen. Die Kosten für den Anbau schätzt die Stadt Weißenfels gegenwärtig auf etwa zwei Millionen Euro.

Quelle: Stadt Weißenfels

Fotografin: Katharina Vokoun