Im Kundencenter der Stadtwerke Weißenfels rufen derzeit viele Kunden an und fragen nach, ob sie wegen der Mehrwertsteuersenkung ihre Zählerstände mitten im Jahr ablesen müssen. Nein, beruhigt Geschäftsführer Lars Meinhardt. Die Zählerstände werden wie immer zum Jahresende erfasst. Das bringt Stadtwerke-Kunden eine doppelte Ersparnis: Denn dadurch gilt die Mehrwertsteuersenkung für sie für den gesamten Abrechnungszeitraum des laufenden Jahres.

Zum 1. Juli ist die Steuersenkung im Rahmen eines von der Bundesregierung aufgelegten Maßnahmenpaketes zur wirtschaftlichen Wiederbelebung im Zuge der Corona-Pandemie in Kraft getreten. „Uns ist es wichtig, dass unsere Kundinnen und Kunden im größtmöglichen Umfang von den eingeräumten Steuererleichterungen profitieren. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, die abgesenkten Steuersätze auf die komplette Jahresverbrauchsabrechnung dieses Jahres anzuwenden.“, erläutert Lars Meinhardt.

Hintergrund ist, dass die Zählerstände von den Stadtwerken immer im November eines jeden Jahres abgelesen werden. Das Ablesedatum gilt quasi als der Tag, an dem die Leistung für den Kunden erbracht wurde. Genau dieser Tag ist wichtig bei der Frage, ob die Mehrwertsteuer nun 19% oder 16% beziehungsweise im Fall von Trinkwasser 7% oder 5% beträgt. Aus diesem Grund gilt dann eben auch die Mehrwertsteuersenkung für den gesamten Abrechnungszeitraum. „Das sei eine Option für Energie- und Wasserversorger“, so Meinhardt weiter, “und die ziehen wir!”

Ganz klar war dieser Weg von Beginn an nicht. Auch das Schreiben des Bundesfinanzministeriums, wie die Mehrwertsteuersenkung angewendet werden soll, kam erst in der vergangenen Woche, also sehr kurzfristig.

Die technische Anpassung der Prozesse zur Rechnungserstellung mit den abgesenkten Steuersätzen wird bei den Stadtwerken in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Die Preisblätter auf der Internetseite sind bereits angepasst worden und auch im Online-Tarifrechner ist die Umstellung bereits abgeschlossen.

Quelle: Stadtwerke Weißenfels