Welturaufführung in Klosterkirche

In Paris wiederentdeckte Komposition von Telemann in Zscheiplitz eingespielt

 

ZCHEIPLITZ – Eine sensationelle Entdeckung hat der Freyburger Musiker Thomas Fritzsch in Paris gemacht. Es handelt sich um die seit langem verschollenen „Zwölf Fantasien für die Viola da Gamba ohne Bass“ von Georg Friedrich Telemann. Bis vor kurzem schien es, als sei kein einziges Exemplar dieser zwölf Gamben-Fantasien erhalten geblieben. Dem Hinweis eines französischen Musiker-Kollegen folgend, fand Thomas Fritzsch 280 Jahre nach dem Druck in einem Privatarchiv ein vollständiges Exemplar aus dem Telemannschen Verlag von 1735.

„In diesen Kompositionen gießt der barocke Komponist ein Füllhorn musikalischer Ideen aus, besticht durch eine erstaunliche Kenntnis der Spielmöglichkeiten des Instruments und erweist sich als ein Meister der intimsten kammermusikalischen Form“, so Thomas Fritzsch, und weiter: „Wenn sich aus diesem spektakulären Fund erstmals seit nahezu 300 Jahren wieder Töne formen, gleicht dies einer Berührung der Vergangenheit.“

Der Gambist wird die zwölf Fantasien während der Telemann-Festtage in Magdeburg  (11. bis 20. März) als Welterstaufführung erklingen lassen. Die zwei angekündigten  Konzerte sind bereits restlos ausverkauft. Tatsächlich aber ist diese außerordentliche Komposition bereits in der Klosterkirche Zscheiplitz erklungen. Hier hat Thoms Fritzsch die „Zwölf Fantasien für die Viola da Gamba“ für eine Tonträger-Veröffentlichung eingespielt.  „Die von Frieden durchdrungene Atmosphäre der Klosterkirche Zscheiplitz und ihre vorzügliche Akustik boten Telemanns intimer Kammermusik einzigartigen Raum zur Entfaltung  – klingendes Weltkulturerbe“, erläutert Fritzsch.

Der Musiker Thomas Fritzsch zählt zu den weltweit renommierten und gefeierten Gambisten. In den europäischen Konzertsälen ist ebenso zu hören wie auf den Podien der Metropolen New York, Tokio, Abu Dhabi, Dubai, Havanna, Honkong, Jerusalem und Tel Aviv. Mit Leidenschaft und brillantem Wissen entdeckt Fritzsch verschollene und vergessene Werke der Gamben-Literatur, die zur Blütezeit des Instrumentes entstanden. In Würdigung seines weltweit ausstrahlenden Engagements für Bach und Abel wurde der in Freyburg ansässige Fritzsch 2014 zum Kulturbotschafter der Stadt Köthen ernannt.

 Aus Anlass der 23. Magdeburger Telemann-Festtage werden Telemanns Fantasien für Viola da Gamba als Edition (herausgegeben von Thomas Fritzsch und Günter von Zadow, Edition Güntersberg G281) und als CD-Einspielung (Coviello

Classics COV 91601) präsentiert.

Georg Philipp Telemann (geb. 1681 in Magdeburg; gestorben 1767 in Hamburg) war ein deutscher Komponist des Barock. Er prägte durch neue Impulse, sowohl in der Komposition als auch in der Musikanschauung, maßgeblich die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

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FOTO: Förderverein Welterbe/Helga Heilig

Lange verschollen: „Zwölf Fantasien für die Viola da Gamba ohne Bass“, die Thomas Fritzsch in Paris entdeckt hat.

Quelle: Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut

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