Wölfe ringen die RIESEN nieder

Der Mitteldeutsche Basketball Club hat sich in einem Heimspiel-Krimi gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg erfolgreich durchsetzen können. Nach einem großen Kampf rangen die Wölfe die Gäste aus Baden-Württemberg mit 77:76 Zählern nieder. Bei einer bis zum Schlusspfiff ausgeglichenen und spannungsreichen Partie fuhr das Team von MBC-Head Coach Silvano Poropat letztendlich den ersten Heimsieg im neuen Jahr und damit wichtige Punkte für die Mission Klassenerhalt ein.

Es waren die Gäste, die die ersten Punkte des Spiels erzielen konnten. Doch James Farr traf im direkten Anschluss seinen ersten Versuch von jenseits der Dreier-Linie und brachte die Wölfe somit früh in Führung. Es folgte ein Schlagabtausch an der Dreipunkt-Linie in der Anfangsphase des Spiels. Auch wenn der defensive Druck der RIESEN enorm schien, bewiesen die Weißenfelser Biss und wirkten genauso aufmerksam. Jovan Novak brachte die Hausherren nach knapp sechs Minuten per Dreier zum 14:11 erneut in Führung, während Aleksandar Marelja diese sogar noch um zwei Punkte erhöhen konnte. Die Ludwigsburger reagierten mit noch aggressiverer Defense und erarbeiteten sich zwei Minuten vor dem Viertelende den Ausgleich. Doch Aleksandar Marelja setzte sich erneut durch und sicherte zum Schluss des Viertels die 20:17 Wölfe-Führung.

Wie gehabt, versuchten die Baden-Württemberger den Aufbau der Mitteldeutschen stören. Diese Taktik zeigte zunächst Früchte, als die Wölfe immer wieder in der Offensive zu schwierigen Abschlüssen gezwungen wurden. Nach drei Minuten im zweiten Viertel hatten sich die Ludwigsburger eine 26:20 Führung erkämpft. Es war Lee Moore, der die Saale-Städter nach längerer Treffer-Pause erlöste. Von diesem Zeitpunkt an fanden die Wölfe wieder besser ins Spiel, jedoch fanden auch die Gäste stets Wege durch die MBC-Verteidigung. Mit einem wichtigen Dreier zum 29:31 sicherte Jovan Novak den Anschluss rund zwei Minuten vor der Halbzeit. Schon hier wurde den Zuschauern klar, dass sich im weiteren Spielverlauf noch ein Krimi entwickeln sollte. Mit einem knappen 33:35 Wölfe-Rückstand verabschiedeten sich beide Teams in die Pause.

Frisch aus der Kabine kommend, ließen sich die Mitteldeutschen weiterhin nicht einschüchtern und verkürzten den Rückstand nach einer Minute per Dreier von Novak zum 36:37. Auch Tremmell Darden hatte erneut einen guten Tag erwischt und setzte nach drei Minuten im dritten Abschnitt per Dunking ein Ausrufezeichen im Wolfsbau. Wieder und wieder versuchten die Ludwigsburger sich abzusetzen, doch die Weißenfelser ließen sich nicht abschütteln. Ein Schlagabtausch entwickelte sich zur Mitte des Viertels, in welchem die RIESEN vorlegten und die Wölfe konterten. Als sich die Gäste nach sieben Minuten eine 52:47 Führung erspielt hatten, waren es Tremmell Darden und Aleksandar Marelja, die mit großem Einsatz den Anschluss wahrten. Der sich andeutende Heimspiel-Krimi wurde in den letzten Minuten des Spielabschnitts bestätigt, als zunächst Sergio Kerusch die Saale-Städter per Freiwurf auf einen Zähler heran holte, Aleksandar Marelja direkt danach per Sprungwurf die Führung einfuhr und erneut MBC-Captain Kerusch in letzter Sekunde per Tip-In das 57:54 zum Ertönen der Sirene sicherte.

Auch die Zuschauer im Wolfsbau spürten, dass heute gegen den vermeintlich stärkeren Gegner aus Ludwigsburg ein Sieg möglich war. Und so starteten die Mitteldeutschen bärenstark in den finalen Abschnitt der Partie. Durch Treffer von Sergio Kerusch und Aleksandar Marelja konnten die MBC-Recken ihre Führung Stück für Stück ausbauen. Nach drei Minuten war der Abstand auf die Gäste sogar auf zehn Punkte angewachsen. Doch Diese erwachten zum richtigen Zeitpunkt aus ihrer Starre und fanden einen Weg zurück in das Spiel. Jeder noch so kleine Fehler wurde von den Ludwigsburgern bestraft, während die Wölfe ihre Führung Punkt für Punkt schmelzen sahen. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff war wieder alles offen und die Ludwigsburger auf nur vier Zähler heran gekommen. Doch Tremmell Darden und Aleksandar Marelja waren zur Stelle und ließen nicht zu, dass die RIESEN das Momentum zu ihren Gunsten nutzen konnten. Die Schlussphase des vierten Viertels war nichts für schwache Nerven. Hatte man noch eine Minute vor dem Ertönen der Sirene eine 77:74 Führung im Rücken, stemmten sich die Gäste gegen die drohende Auswärtsniederlage und kämpften sich 23 Sekunden vor dem Pfiff auf nur einen Zähler heran. Doch nach Fehlversuchen der Ludwigsburger, schnappte sich Tremmell Darden in letzter Sekunde das Leder, was nach Ablaufen der Zeit den ersten Heimsieg der Wölfe im neuen Jahr bedeutete.

 „Es war ein hart erarbeiteter Sieg. Wir wussten, wie man so eine Partie spielen muss. Gegen Ludwigsburg geht das vor allem nur mit einem Kampf. Wir haben einige Dinge besser gemacht als in den letzten Spielen. Zunächst haben wir das Spiel viel besser gestaltet, das war auch unser Ziel. Zweitens haben wir sehr gut gereboundet und drittens haben wir uns mit unserem Kampf über 40 Minuten auch das Glück verdient. Außerdem hatten wir eine unglaubliche Unterstützung. Ich hoffe, dass das jetzt eine Initialzündung war, zwischen dieser Mannschaft und den Fans, dass wir hier etwas kreieren für die Zukunft. Denn wir werden eine solche Atmosphäre brauchen und solche Kämpfe auch in Zukunft haben. Was wir noch besser machen müssen, ist bei einer Führung weiterzuspielen und das Ergebnis zu verwalten. Ich denke, dass die Jungs alles sehr gut annehmen und ich bin zuversichtlich, dass wir in der Zukunft noch besser spielen werden“, gibt sich MBC-Cheftrainer Silvano Poropat positiv.

MBC:

Moore (13), Farr (6), Darden (13), Bermbly (0), Kerusch (11), Zylka (0), Gille (dnp), Novak (11), Peter-McNeilly (0), Brase (5), Marelja (18), Turudic (dnp)

Foto: Andreas Bez

Quelle: MBC