Weißenfelser Zensus-Stelle sucht Interviewerinnen und Interviewer

Eine europaweite Volkszählung – der sogenannte Zensus – findet im Jahr 2022 statt. In der Stadt Weißenfels hat das Statistische Landesamt für den Zensus eine örtliche Erhebungsstelle eingerichtet. Deren Leiter Frank Ruck und seine Mitarbeiterin Annekatrin Schinol haben ihre Büros im Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9 bezogen. Vor ihnen liegt eine Mammutaufgabe, denn ihr Zuständigkeitsgebiet erstreckt sich weit über die Stadtgrenzen hinaus. Es ist nach Halle und Magdeburg der drittgrößte Arbeitsbezirk in Sachsen-Anhalt. Insgesamt gehören elf Städte und Gemeinden zum Gebiet; neben Weißenfels auch Gleina, Goseck, Mertendorf, Schönburg, Stößen, Wethau, Lützen, Hohenmölsen, Teuchern, Freyburg sowie deren Ortsteile. Ab 16. Mai 2022 werden fast 11.700 Einwohnerinnen und Einwohner in diesem Bezirk befragt. Sie wurden vor wenigen Tagen vom statistischen Landesamt mittels eines computergestützten Zufallssystems ermittelt. Bereits ab Ende April 2022 werden sie schriftlich informiert und erhalten in diesem Zusammenhang auch einen Terminvorschlag für die Befragung. Die ausgewählten Personen sind gemäß Zensusgesetz zur Auskunft verpflichtet. Darüber hinaus wird das Weißenfelser Zensus-Team in Gemeinschaftsunterkünften wie beispielsweise Alten-und Pflegeheimen zum Stichtag die Erhebung mit der Einrichtungsleitung vornehmen. In Wohnheimen wie beispielsweise in Studentenwohnheimen sind komplette Erhebungen vorgesehen.

Für die Befragungen brauchen Frank Ruck und Annekatrin Schinol Unterstützung. Gesucht werden etwa 130-150 sogenannte Erhebungsbeauftragte. Das sind Interviewerinnen und Interviewer, denen nach einer eintägigen Schulung ein Bezirk mit etwa 100 zu befragenden Personen zugewiesen wird. Das Gebiet darf aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in direkter Nähe zum eigenen Wohnort liegen. Die Erhebungsbeauftragten sind verantwortlich für die Terminvereinbarungen. Dazu verteilen sie den Informationsbrief mit dem Terminvorschlag. In einem zweiten Schritt findet die Befragung der Personen zu Familienstand, Wohnsituation und Arbeitsleben statt. Es werden nur statistische Daten erfasst. Meinungen zu politischen oder gesellschaftlichen Themen spielen keine Rolle.

Wer als Erhebungsbeauftragter beim Zensus 2022 mitwirken möchte, kann sich ab sofort bewerben: www.weissenfels.de/zensus-2022.html . Die Helferinnen und Helfer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ihren Wohnsitz im Erhebungsgebiet haben sowie Deutsch in Wort und Schrift beherrschen. Die Befragungen finden vom 16. Mai bis 31. Juli 2022 statt. Ihre Zeit können sich die Erhebungsbeauftragten frei einteilen. Die eintägigen Schulungen für die Erhebungsbeauftragten finden ab Januar 2021 in Weißenfels statt. Für die ehrenamtliche Tätigkeit gibt es eine attraktive, steuerfreie Aufwandsentschädigung, die sich nach der Anzahl der zu befragenden Personen richtet. Neben Weißenfels gibt es im Burgenlandkreis noch zwei weitere Erhebungsstellen in Naumburg und Zeitz. Auch hier werden für die Städte und deren Umland Erhebungsbeauftragte gesucht.

Die erfassten Antworten der Befragten unterliegen höchsten Datenschutz-Standards. Die Erhebungsbeauftragten transportieren die Fragebögen von ihrem Arbeitsbezirk bis zur Erhebungsstelle in verschließbaren Koffern. In der Weißenfelser Erhebungsstelle wurde ein Raum eingerichtet, zu dem nur Frank Ruck und Annekatrin Schinol als derzeitige Mitarbeiter Zugang haben. Darin stehen fünf Computer, auf denen die Antworten erfasst und dann direkt ans statistische Landesamt geschickt werden. Im Zusammenhang mit dem Datenschutz gilt für den Zensus auch das sogenannte Rückspielverbot. Das heißt: Bemerkt das Zensus-Team im Rahmen der Befragungen eine Ordnungswidrigkeit oder andere Rechtsverstöße, darf diese Information nicht an die zuständige Behörde weitergegeben, sondern muss laut Gesetz verschwiegen werden.

Eine europaweite statistische Erhebung der Bevölkerungsdaten fand zuletzt im Jahr 2011 statt. In Deutschland wird der Zensus von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder durchgeführt. Es ist die größte Bevölkerungsumfrage der Bundesrepublik. Die Befragung ist maßgebend für viele finanz- und gesellschaftspolitische Entscheidungen und sie liefert wichtige Grundlagen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. So werden unter anderem auf der Grundlage der Zensus-Ergebnisse städtebauliche Förderprogramme geplant sowie der Bedarf an Kitas und Schulen ermittelt.

Foto: Der Leiter der Weißenfelser Zensus-Stelle Frank Ruck und seine Mitarbeiterin Annekatrin Schinol zeigen auf einer Karte, wie umfangreich das Befragungsgebiet ist, für das sie beim Zensus 2022 zuständig sind.

Fotografin: Katharina Vokoun

Quelle: Stadt Weißenfels