Was tun, wenn der Betreiber des Klinikums Zeitz, die SRH, still, leise und ohne Stadt und
Burgenlandkreis zu informieren, Vorbereitungen trifft, um Geburtenhilfe und Kinderstation
vor Ort zu schließen? Diese Frage stellte sich auch der Ältestenrat der Stadt Zeitz, dem der
Oberbürgermeister und die Bürgermeisterin sowie der Vorstand des Stadtrates und alle
Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen angehören, als er am Donnerstag, den 09. März in einer
kurzfristig einberufenen Sitzung zusammen kam, um über das weitere Vorgehen der Stadt
Zeitz im Zusammenhang mit den Schließungsplänen zu beraten.


Als erstes begrüßte man die vom Aktionsbündnis Zeitz und der Familie Wendland
organisierten Proteste auf dem Altmarkt der Stadt, die ebenfalls von Familie Wendland ins
Leben gerufene Petition und das Engagement des Oberbürgermeisters, der nach bekannt
werden einen offenen Brief an die Klinikleitung sowie im Weiteren eine Petition mit Fragen
und Forderungen an die Geschäftsführung des Hauses adressierte. Dies alles unterstützt man,
will aber noch weiteren Druck auf SRH und Politik ausüben.


Einhellig wurde festgestellt, dass die Stadt Zeitz sich keinesfalls mit den seitens des
Klinikbetreibers SRH angekündigten Schließungen abfinden wird. Unverständnis herrscht
darüber, dass seitens des Betreibers derzeit keine Gespräche mit der betroffenen Kommune
oder dem Landkreis angeboten werden, sondern zunächst eine Entscheidung durch den
Aufsichtsrat getroffen werden soll. Das ist aus Sicht der Stadt Zeitz der falsche Weg.


Der Dialog mit den Betroffenen gehört an den Anfang eines Entscheidungsfindungsprozesses,
nicht an sein Ende. Gespräche, nachdem eine Entscheidung fiel, tragen eher den Charakter
einer Mitteilung und sind nicht gleichberechtigt zwischen den betroffenen Partnern. Hier
erwartet die Stadt Zeitz ein kurzfristiges Dialogangebot seitens SRH, für das
Oberbürgermeister Christian Thieme und der Vorsitzende des Stadtrates, Dr. Ulf Altmann,
jederzeit zur Verfügung stehen.


Stadtverwaltung und Stadtrat werden sich darüber hinaus mit einem gemeinsamen Brief
sowohl an den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff als auch
den Bundeskanzler Olaf Scholz wenden und auf die besondere Situation in Zeitz in Bezug auf
den Strukturwandel hinweisen. Beide werden um einen schnellen Gesprächstermin gebeten,
in dem der Oberbürgermeister Christian Thieme sowie der Vorsitzende des Stadtrates Dr. Ulf
Altmann die Sorgen der Stadt Zeitz und ihrer Bürgerinnen und Bürger darlegen sowie um
schnelle und wirksame Hilfe für die Menschen in der Stadt, die zum Kernrevier der Braunkohle
gehört, bitten wollen.


Darüber hinaus erhalten auch die Vorstandsmitglieder des SRH einen Brief, in dem dargestellt
wird, was diese Entscheidung, insofern sie am 27. März getroffen werden sollte, in Zeitz und
der Region anrichtet. Ein Umdenken will man damit bewirken, denn kommt es zu Schließung,
schadet dies nicht nur dem Ansehen der SRH, sondern vor allem der Stadt Zeitz. Wir setzen in
der Stadt Zeitz auf junge Familien, junge Menschen, die unsere Region für Ihren
Lebensmittelpunkt gewählt haben.


Deshalb investieren wir in Kindertagesstätten, Schulen, Infrastruktur, schaffen urbane
Wohnräume und sorgen für zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Eine Schließung der Kinder-
und Jugendmedizin fördert unsere Bemühungen hingegen nicht, sondern macht sie vielmehr
ein Stück weit zunichte, ist ein echter Standortnachteil für Zeitz und fördert im schlimmsten
Fall die komplette Schließung des Klinikums, sorgt dafür, dass junge Menschen ohne
medizinische Versorgung der Region den Rücken zuwenden und trägt letztendlich nicht zur
Entwicklung, sondern vielmehr zur Verödung unserer Region bei.


Seitens der Stadt Zeitz wird nichts unversucht bleiben, um die für die Zukunft der Stadt
wesentliche Frage nach dem Erhalt unseres Klinikums als voll umfängliche Funktionseinheit
für die Menschen jeden Alters und besonders für Familien im Sinne aller Bürgerinnen und
Bürger der Stadt Zeitz sowie der umliegenden Gemeinden positiv zu klären.

Quelle: Stadt Zeitz

Hide picture